TIERRETTUNG

Tiernotruf Saarland e.V. – Rund um die Uhr für Tiere in Not

Tiere können nicht sprechen – aber sie brauchen Hilfe, genau wie wir. Der Tiernotruf Saarland e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der genau dann einspringt, wenn ein Tier in eine Notlage gerät und schnelles, fachkundiges Handeln gefragt ist. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, sind wir einsatzbereit – denn Notfälle kennen keine Geschäftszeiten.

Unser Ansatz ist dabei konsequent aktiv: Wir warten nicht, sondern fahren direkt zum Einsatzort. Ähnlich einem Rettungsdienst für Menschen sichern unsere erfahrenen Helferinnen und Helfer das betroffene Tier vor Ort, leisten umgehend Erstversorgung und sorgen dafür, dass es schnellstmöglich in tierärztliche Behandlung oder fachkundige Pflege gelangt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Haustier, einen Wildvogel, einen Greifvogel, einen Wasservogel, ein Wildtier oder ein Reptil handelt – wir sind für alle Tiere da, die unsere Hilfe brauchen.

Was uns antreibt, ist ein klares Ziel: Leid zu minimieren, Tieren in echter Not zu helfen und langfristige, verantwortungsvolle Lösungen zu schaffen – im Sinne des Tierwohls und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben des Natur- und Tierschutzes. Wir stehen für verlässliches Handeln, klare Zuständigkeiten und einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen – wild oder zahm, groß oder klein.

Haustiere

Erstversorgung & medizinische Sofortmaßnahmen Der Verein übernimmt die Ersteinschätzung und Stabilisierung verletzter oder geschwächter Tiere bis zur tierärztlichen Weiterversorgung. An Bord der Einsatzfahrzeuge stehen folgende Mittel bereit: Dehydrations-, Hypothermie- und Hyperthermie-Management, Monitoring von Puls, Sauerstoffsättigung und Blutdruck, mobile Sauerstoffversorgung und Inhalationsgeräte, ein Sauerstoffzelt für Brandopfer sowie eine Vakuummatratze für den schonenden Transport bei Unfällen oder Querschnittsverletzungen.

Sicherung & Befreiung von Tieren Der Verein sichert und befreit Tiere mit spezialisierten Methoden: Kescher und Netzwurfgeräte (Netguns) für schwer erreichbare oder fliegende Tiere, Befreiung aus Zäunen, Schnüren, Netzen und ähnlichen Strukturen sowie enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr bei der Bergung von Haus- und Wildtieren.

Transport Transportiert werden Katzen, Hunde, Vögel, Reptilien und Kleintiere. Für Jungtiere und verletzte Tiere steht ein spezieller Transportinkubator zur Verfügung. Notfalleinsätze sind für Finder kostenlos, ebenso Transporte bei aufgefundenen Tieren mit ermittelbarem Besitzer. Zusätzlich werden Spezialtransporte, Fundtiertransporte im Auftrag von Kommunen und private Tierarztfahrten übernommen.

Such- & Rettungsdienst (Search & Rescue) Der Verein sucht und rettet Tiere in unwegsamem Gelände, Gewässern, Industrieanlagen und schwer zugänglichen Bereichen. Zur Verfügung stehen vier Wärmebildkameras, zwei Wärmebilddrohnen, zwei Nachtsichtgeräte, zwei Endoskopkameras sowie weiteres Spezialequipment. Ziel ist es, Tiere zu lokalisieren, zu sichern, zu retten und anschließend an geeignete Auffangstationen, Tierkliniken oder Tierärzte zu übergeben.

Was wir nicht übernehmen

  • Sicherung oder Einfangung entlaufener Haustiere
  • Suchaktionen für vermisste Tiere
  • Ersatz für reguläre tierärztliche Behandlung (keine Diagnosen, keine invasiven Maßnahmen)
  • Dauerhafte Unterbringung oder Betreuung von Haustieren
  • Einsätze ohne akute Notlage

Wildtiere

Grundsatz: Verantwortungsvoller Umgang mit der Natur Nicht jedes allein angetroffene Wildtier ist in Not. Besonders bei Jungtieren wird nur dann eingegriffen, wenn eine tatsächliche akute Notlage vorliegt. Unbegründete Eingriffe in die Natur werden bewusst vermieden.

Rettung aus Gefahrensituationen Der Verein rettet Wildtiere aus akuten Zwangslagen: Tiere, die in Zäunen, Netzen oder baulichen Anlagen verfangen sind, in Schächte oder Gruben gestürzt sind oder sich in sonstigen lebensbedrohlichen Situationen befinden. Die Rettung erfolgt situationsangepasst unter Berücksichtigung des Tier- und Eigenschutzes.

Versorgung verletzter & geschwächter Wildtiere Unterstützt wird bei verletzten oder geschwächten Tieren nach Verkehrsunfällen, Bissverletzungen, Unterkühlung, Entkräftung oder Kreislaufproblemen. Konkret übernimmt der Verein eine erste Einschätzung von Zustand, Atmung, Blutungen und Schockanzeichen, eine Stabilisierung durch Wärme, Ruhe, sichere Lagerung und Stressreduktion sowie die Organisation oder Begleitung des Transports in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik – inklusive Übergabe mit Dokumentation, Fotos und Fundumständen.

Ebenfalls zum Aufgabenbereich gehören die Bergung verlassener oder gefährdeter Jungtiere sowie Hilfe bei Wildtieren in Siedlungsbereichen, die sich nicht selbstständig befreien können.

Absicherung bei Gefahrenlagen im Verkehr Bei verletzten Tieren im Verkehrsraum oder in unübersichtlichen Bereichen wird die Einsatzstelle abgesichert und mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Unterbringung & Weitervermittlung Der Verein übernimmt die Kurzzeit-Notunterbringung geretteter Wildtiere und koordiniert die Übergabe an geeignete Auffangstationen, Wildtierpflegestellen oder Tierkliniken. Im Rahmen der zulässigen Erste-Hilfe-Maßnahmen werden Grundsicherung und Stabilisierung sichergestellt – darunter Wärmeerhalt, Fütterung nach tierärztlicher Vorgabe sowie Parasitenmanagement auf tierärztliche Anweisung.

Behördliche Zusammenarbeit Es wird eng mit Polizei, Ordnungsamt, Veterinäramt sowie weiteren zuständigen Stellen kooperiert. Bei geschützten Arten oder jagdrechtlich relevanten Situationen erfolgen alle Maßnahmen in Abstimmung mit den zuständigen Behörden oder Jagdausübungsberechtigten.

Technische Ausstattung Zum Einsatz kommen Wärmebildkameras, Wärmebilddrohnen, Netzwurfgeräte und Sauerstoffkonzentratoren. Die Einsatzfahrzeuge sind speziell für den Transport verletzter Tiere ausgerüstet.

Was wir nicht übernehmen

  • Eingriffe ohne akute Notlage – kein unbegründetes Aufgreifen von Wildtieren
  • Aufnahme allein aufgefundener Jungtiere, solange keine echte Notlage vorliegt
  • Tierärztliche Behandlung im klinischen Sinne – keine Diagnosen, keine invasiven Maßnahmen
  • Dauerhafte Unterbringung von Wildtieren

Wildvögel, Greifvögel & Wasservögel

Grundsatz: Wann ist ein Eingreifen wirklich nötig? Nicht jeder Vogel, der allein aufgefunden wird, braucht Hilfe. Jungvögel, die fast flügge sind, werden oft noch von den Eltern außerhalb des Nestes weiter gefüttert – eine vorschnelle Aufnahme trennt das Tier unnötig von seinen Eltern. Tatsächlich hilfsbedürftig sind Vögel in folgenden Situationen: kaum befiederte Nestlinge außerhalb des Nestes, Nestflüchter (Enten, Gänse, Schwäne) ohne Elterntier, Jungvögel in gefährlicher Umgebung oder in Fallen (Kellerschächte, Regentonnen, Gartennetze) sowie Mauersegler und Schwalben am Boden, da gesunde Exemplare stets selbstständig abheben können.

Einsatzspektrum & gerettete Vogelarten Der Verein rettet Singvögel, Greifvögel (Mäusebussard, Turmfalke, Habicht, Rotmilan, Wanderfalke u.a.), Eulen, Reiher, Störche sowie Wasservögel wie Schwäne, Enten und Gänse. Auch Fledermäuse, Stadttauben und Brieftauben, die von der zentralen Wildvogelauffangstation nicht angenommen werden, gehören zum Einsatzspektrum.

Fachgerechte Sicherung & Rettung Die Sicherung erfolgt mit spezieller Schutzausrüstung, Handschuhen, Decken, Keschern und Netzwurfgeräten – stets unter Berücksichtigung des Tierschutz- und Jagdrechts. Bei wehrhaften Tieren wie Greifvögeln oder Schwänen wird ausschließlich ausgebildetes Fachpersonal eingesetzt. Zum Einsatz kommen außerdem Wärmebildkameras und Drohnenunterstützung zur Ortung in unübersichtlichem Gelände.

Erstversorgung Es erfolgt eine erste Einschätzung von Atmung, Verletzungen, Kreislauf und Schockanzeichen. Das Tier wird durch Wärme, Ruhe, sichere Lagerung und Stressreduktion stabilisiert. Anschließend wird der Transport zu einer Wildtierauffangstation, Tierarztpraxis oder Spezialklinik organisiert – inklusive vollständiger Übergabedokumentation mit Fundumständen, Symptomen und Fotos.

Besonderheiten bei Greifvögeln Greifvögel sind aufgrund ihrer scharfen Fänge, gebogenen Schnäbel und ausgeprägten Wehrhaftigkeit besonders gefährlich im Umgang – auch im verletzten Zustand. Häufige Einsatzanlässe sind Verkehrsunfälle an Straßenrändern, Fensterschläge in Siedlungsbereichen, Nestlingsverluste bei Sturm, Vergiftungen durch kontaminierte Beutetiere sowie Erschöpfung in strengen Wintern oder bei Zugvögeln. Der Verein dokumentiert Verdachtsfälle auf illegale Verfolgung (Abschuss, Vergiftung, Fang) und asserviert Totfunde zur Ursachenklärung – ein aktiver Beitrag zur Aufdeckung von Naturschutzverbrechen.

Besonderheiten bei Wasservögeln Häufige Notlagen entstehen durch Angelschnüre und -haken (Strangulation, Schluckverletzungen, Abschnürung von Gliedmaßen), Verkehrsunfälle bei Straßenüberquerungen, Landungen auf nassem Asphalt, vereiste Gewässer im Winter sowie Botulismus und Vogelgrippe. Verwaiste Küken von Enten, Gänsen und Schwänen sind besonders gefährdet, da ihre Flaumfedern erst nach einigen Wochen selbst wasserabweisend werden. Für Transport und Erstversorgung stehen geeignete Transportboxen sowie bei Bedarf ein Transportinkubator für besonders junge oder verletzte Tiere zur Verfügung.

Unterbringung & Weitervermittlung Gerettete Vögel werden an die Zentrale Wildvogelauffangstation des Saarlandes (WiVo) in Püttlingen, die Wildtierauffangstation Eppelborn oder das Wildtierzentrum Saarburg übergeben. Bei Verdacht auf vorsätzliche Tierquälerei werden Anzeigen erstattet und Veterinäramt, Fischereiverband sowie kommunale Behörden informiert.

Behördliche Zusammenarbeit & Rechtliches Alle heimischen Wildvögel sind nach § 44 BNatSchG besonders oder streng geschützt. Wer einen verletzten Vogel findet, darf ihn zur Rettung aufnehmen, muss ihn aber unverzüglich einer fachkundigen Stelle übergeben. Der Tiernotruf handelt stets rechtskonform und stimmt sich bei Bedarf mit Veterinäramt, Unterer Naturschutzbehörde und Jagdausübungsberechtigten ab. Einsätze im gesetzlichen Auftrag sind für Finder kostenlos.

Was wir nicht übernehmen

  • Dauerhafte Pflege oder Unterbringung von Wildvögeln
  • Invasive tierärztliche Maßnahmen – keine Diagnosen oder medizinische Langzeitversorgung
  • Eingreifen ohne akute Notlage – kein unbegründetes Aufnehmen von Jungvögeln

 

Verhaltenstipps für Finder: Abstand halten, Tier beobachten, nicht anfassen, kein Futter oder Wasser anbieten, sofort den Tiernotruf kontaktieren – auch bei Unsicherheit lohnt sich der Anruf, da am Telefon gemeinsam geklärt wird, ob ein Einsatz notwendig ist.