Was ist Totfundmanagement und warum ist es wichtig?
Nicht jeder Einsatz endet mit einer erfolgreichen Rettung. Manchmal wird ein Tier bereits tot aufgefunden – auf der Straße, an einem Gewässer, im Wald oder in einem fremden Garten. Solche Momente sind für Finder oft erschreckend und verunsichernd: Was soll ich tun? Darf ich das Tier anfassen? Wer ist zuständig? Und was passiert dann mit dem Tier?
Der Tiernotruf Saarland e.V. sichert und dokumentiert tot aufgefundene Haustiere und übernimmt Meldung, Zuordnung und fachgerechte Übergabe.Das Totfundmanagement ist damit weit mehr als die bloße Beseitigung eines toten Tieres – es ist ein strukturierter, menschlicher Umgang mit dem Tod eines Tieres, der sowohl dem Tier als auch möglichen Besitzern gerecht wird.
Das Totfundmanagement wurde fest in das Leistungsangebot des Tiernotruf Saarland e.V. integriert, um Tierhaltern bei verstorbenen Tieren Klarheit über deren Verbleib zu ermöglichen. Denn hinter jedem toten Tier könnte ein Mensch stehen, der seinen geliebten Vierbeiner verzweifelt sucht – und der ein Recht auf Gewissheit hat.
Was genau macht der Tiernotruf Saarland e.V. beim Totfund?
Wenn ein Haustier tot aufgefunden wird, arbeitet der Tiernotruf Saarland eng mit Haustierregistern und nutzt Social Media, um das Tier zu identifizieren und seine Besitzer zu finden. Das Ziel ist es, den Besitzern Gewissheit zu geben.
Konkret bedeutet das:
Das Tier wird fachgerecht gesichert und geborgen. Es erfolgt eine gründliche äußere Untersuchung auf Kennzeichnungen wie Mikrochip, Tätowierung, Halsband oder Marken. Sofern ein Chip vorhanden ist, wird dieser ausgelesen und mit den gängigen Haustierregistern – darunter TASSO und FINDEFIX – abgeglichen. Fundort, Zeitpunkt und Zustand des Tieres werden fotografisch und schriftlich dokumentiert. Bei Bedarf werden Behörden wie das Veterinäramt, das Ordnungsamt oder die Polizei einbezogen.
Das Totfundmanagement des Tiernotruf Saarland e.V. umfasst auch die Asservierung bestimmter Wildtiere und Vögel zur Ursachenklärung – etwa wenn der Verdacht auf Vergiftung, illegalen Abschuss oder andere tierschutzrelevante Straftaten besteht. Die gesicherten Proben und die Dokumentation dienen dann als mögliche Beweismittel für ermittelnde Behörden.
Was sollte ich als Finder eines toten Haustieres tun?
Viele Menschen sind unsicher, wie sie sich beim Fund eines toten Tieres verhalten sollen. Die folgenden Schritte helfen dabei, richtig zu handeln:
Schritt 1: Ruhe bewahren und die Situation einschätzen
Zunächst sollte man sichergehen, dass das Tier tatsächlich tot ist und nicht nur bewusstlos oder in einem Schockzustand. Schwache, aber vorhandene Atemzüge oder Zuckungen können bei manchen Tieren leicht übersehen werden. Im Zweifel lieber den Tiernotruf anrufen und eine Einschätzung einholen, als vorschnell zu handeln.
Schritt 2: Das Tier nicht einfach liegen lassen oder eigenständig beseitigen
Was man auf keinen Fall mit einem verstorbenen Fundtier machen sollte: Es einfach mitnehmen oder gar im eigenen Garten vergraben. Das hat zur Folge, dass mögliche Besitzer nicht mehr informiert werden können – eine Leerfahrt für die Retter und Ungewissheit für Tierhalter.
Tote Tiere sollten bitte immer nur mit Einweghandschuhen angefasst werden. Das schützt vor möglichen Krankheitserregern und ist hygienisch zwingend geboten.
Schritt 3: Den Tiernotruf Saarland e.V. kontaktieren
Bei einem gefundenen Tier zählt jede Minute. Den Vorfall sollte man umgehend beim Tiernotruf Saarland e.V. melden – erreichbar unter 06898 3704242, 24 Stunden am Tag. Der Tiernotruf koordiniert dann weitere Schritte und organisiert die Abholung und Sicherung des Tieres.
Beim Anruf sollten folgende Informationen bereitgehalten werden: der genaue Fundort (Straße, Hausnummer oder GPS-Koordinaten), die Art des Tieres (Hund, Katze, sonstiges), eine Beschreibung (Farbe, Größe, Rasse falls erkennbar, Halsband vorhanden?), sowie der eigene Name und eine Rückrufnummer.
Schritt 4: Den Fundort sichern und das Tier bewachen
Wenn möglich, sollte man beim Tier bleiben, bis Hilfe eintrifft. Liegt das Tier auf oder neben der Straße und stellt eine Gefahr für den Verkehr dar, ist die Polizei zu benachrichtigen, wenn das tote Tier irgendwo mitten auf der Fahrbahn liegt und eine Gefahr für den Straßenverkehr ist.
Schritt 5: Auf Kennzeichnung achten – aber richtig
Wenn es der Zustand des Tieres erlaubt, kann man vorsichtig prüfen, ob es ein Halsband oder eine sichtbare Kennzeichnung trägt. Ist das Tier registriert, kann ein Tierarzt über einen Chip oder eine Tätowierung den Halter über das Haustierregister TASSO feststellen.Der Tiernotruf Saarland e.V. übernimmt diese Überprüfung ebenfalls und verfügt über entsprechende Auslesegeräte.
Schritt 6: Fund melden – auch bei Behörden
Grundsätzlich fallen aufgefundene Heim- und Haustiere unter das Fundrecht (§§ 965–984 BGB). Danach hat der Finder den Fund unverzüglich dem Eigentümer oder der zuständigen Fundbehörde zu melden und darf solch ein Tier keinesfalls einfach behalten oder entsorgen.
Stoßen Sie auf verstorbene Fundtiere am Straßenrand, sollte ebenfalls eine Meldung beim Tierheim oder einer ähnlichen Institution erfolgen. Dadurch wird der Besitzer nicht länger im Ungewissen gelassen.
Was tun, wenn der Verdacht auf Tierquälerei besteht?
Manchmal deuten Verletzungsmuster oder die Umstände des Todes auf eine Straftat hin. In solchen Fällen ist besondere Sorgfalt geboten.
Fangeinrichtungen, Köder sowie tote oder verletzte Tiere sind für den Nachweis einer Straftat wichtige Beweismittel, die von den Behörden sicherzustellen und untersucht werden sollten. Man sollte warten, wenn möglich bis zum Eintreffen der Polizei, alternativ mit den Beamten einen Ortstermin ausmachen. Notieren sollte man sich Namen des Polizeibeamten, Dienststelle und Tagebuchnummer bzw. Aktenzeichen.
Der Tiernotruf Saarland e.V. übernimmt in solchen Fällen die Asservierung des Tieres zur späteren Ursachenklärung und arbeitet dabei eng mit dem Veterinäramt sowie der Polizei zusammen. Auf keinen Fall sollte man verdächtige Fundstellen verändern oder Gegenstände in der Umgebung berühren.
Was passiert nach der Bergung durch den Tiernotruf?
Nach der fachgerechten Sicherung des Tieres durch den Tiernotruf Saarland e.V. läuft ein klar strukturierter Prozess ab: Das Tier wird auf vorhandene Kennzeichnungen untersucht. Gefundene Chip-Nummern werden in den Haustierregistern TASSO und FINDEFIX abgefragt. Parallel nutzt der Verein auch Social Media, um Besitzer zu erreichen, falls keine Registrierung vorliegt. Wurde ein Besitzer ermittelt, wird dieser umgehend informiert – auch wenn die Nachricht keine erfreuliche ist. Denn Gewissheit, so schwer sie auch fallen mag, ist in den meisten Fällen besser als endlose Ungewissheit.
Ein wichtiger Hinweis zur Chipregistrierung
Ein Chip nützt jedoch nur, wenn er auch registriert ist. Falls noch keine Registrierung vorliegt, sollte diese unbedingt nachgeholt werden – am besten direkt bei TASSO e.V. oder FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes. Eine fehlende oder veraltete Registrierung ist einer der häufigsten Gründe, warum Tiere nicht zu ihren Haltern zurückfinden.
Totfundmanagement als Bestandteil gelebten Tierschutzes
Das Totfundmanagement des Tiernotruf Saarland e.V. steht sinnbildlich für den umfassenden Ansatz des Vereins: Tierschutz hört nicht dort auf, wo das Leben endet. Es geht auch darum, Tierhaltern in einem schweren Moment beizustehen, mögliche Straftaten aufzudecken und durch lückenlose Dokumentation zur Aufklärung beizutragen.
Hinter dem Tiernotruf Saarland stehen Menschen mit Herz, Erfahrung und Hingabe, die Tag und Nacht bereitstehen, um denen zu helfen, die keine Stimme haben – den Tieren. Tierschutz ist kein Hobby. Es ist Verantwortung, Mitgefühl und Handeln – jetzt, nicht irgendwann.
Wer im Saarland ein totes Haustier auffindet, sollte nicht zögern und den Tiernotruf Saarland e.V. direkt kontaktieren: 06898 3704242 – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.
